24h von Leipzig – wie es fotografisch war

Das Jahr 2015 ist noch recht jung und das erste, große Event habe ich nun bereits hinter mir.  Nach 2014, bekam ich erneut einen Foto-/Pressepass für das Sport-Event 24 Stunden von Leipzig im SaxRacing um Impressionen einzufangen. Und genau wie 2014, geschah dies erneut auf Einladung von Norman Helbig, Projektleiter bei Partybilder24.com.

Es war schon ein etwas komisches Gefühl, die „große“ Canon 7D zu packen und Gedanken darüber zu machen, welche Objektive ich mitnehmen sollte. Obwohl ich schon einmal dort war, ist es immer noch nicht einfach zu bestimmen, was man mitnimmt und was nicht. Außerdem hatte ich die Canon 7D seit gut 3 Monaten nicht mehr verwendet, sondern eigentlich nur die kleine Fuji X20 für Street- & Urbanphotography. Ich musste mich quasi wieder ein wenig dran gewöhnen.

Wie dem auch sei, ich packte meine Tasche mit folgendem Equipment:

  • Canon 7D
  • Canon Speedlite 430 EXII
  • Canon 70-200mm L F/2.8 Non IS
  • Sigma 10-20mm F/4.0 – 5,6
  • Sigma 30mm F/1.4
  • Canon 17-40mm F/4.0

Wobei das 17-40er erst am zweiten Tag den Weg in meiner Tasche fand, da ich davon ausging, dass ich es bei der Sieger-Ehrung sicherlich brauchen werde. Ich behielt am Ende Recht.

Wo was wie fotografieren

Mit dem Fotopass konnte man sich frei bewegen. Neben der Strecke und in der Boxengasse. Selbtverständlich darf man nicht direkt auf die Strecke. Das dürfte selbsterklärend sein. Die große Halle, wo sich die Strecke befindet ist sehr gut beleuchtet. Und die verschiedenen Lichtsituationen sind einfach nur unglaublich vielseitig. Ich glaub, jemand der gern Available-Light-Fotografie macht, wird sich hier wohlfühlen. Ich fühlte mich sehr wohl dort.

Wirklich tolle Lichtbedingungen und Farben

An der Strecke stand eigentlich nur eine Reihe Reifen zwischen den Fahren und den Zuschauern/Fotografen. Ich konnte also sehr nach ran. In diesen Fällen fotografierte ich mit dem Blitz und der Einstellung Blitzen auf dem zweiten Vorhang.  Machte Mitzieher und Belichtungen bis zu einer Sekunde, um absichtlich Bewegungsunschärfe zu zeigen. An anderen Stellen gab es Überbrückungen auf der Strecke, so dass ich von einer leicht erhöhten Position einen gute Übersicht auf die Strecke hatte. In diese fällen nutze ich das Sigma 10-20mm um Langzeitbelichtungen ohne Stativ zu machen. Das ist durchaus machbar, z.B. wenn die Kamera auf den Übergängen liegt. Am Ende einer geraden strecke oder bei Kurven, wo die Fahrer abbremsen müssen, verwendete ich das Canon 70-200mm Telefobjektiv um die Fahrer scharf festzuhalten – natürlich ohne Bewegungsunschärfe, denn dies konnte ich direkt an der Strecke viel besser umsetzen.

Langzeitbelichtung mit 8 Sekunden

Canon 70-200 @105mm - Direkt an der Boxeneinfahrt.

In der Boxengasse war für mich am schwierigsten zu entscheiden welches Objektiv ich nehmen sollte. Weil dort so viel passierte. Immerhin waren es 20 Teams und überall waren interessante Situationen. Mal beim Team wo du gerade bist, mal bei einem anderen Team am anderen Ende der Boxengasse. In der Boxengasse kamen eigentlich alle Objektive mal zum Einsatz. Wenn ich jetzt entscheiden sollte welches Objektiv ich für die Boxengasse bevorzugen würden, wüsste ich die Antwort ehrlich gesagt immer noch nicht.

Sigma 10-20mm @10mm

Sigma 30mm

Interessante Motive findet man bei so einem Event auch abseits der Strecke, nämlich die Zuschauer und andere Teammitglieder. Auch hier kamen eigentlich alle Objektive zum Einsatz, wobei ich eher das Sigma 10-20mm und das Sigma 30mm bevorzuge. Das Teleobjektiv verwende ich nicht so gerne. Ich mag es lieber, wenn ich nah dran und mitten drin bin. Ich glaub, das kommt bei den Bildern auch recht gut rüber.

Sigma 10-20mm @ 10mm

Sigma 10-20mm @ 10mm

Canon 17-40mm @ 17mm

Die Sieger-Ehrung und mein Adrenalin-Kick

Wie erwartet war das 17-40er Objektiv von der Brennweite genau das richtige Objektiv für die Sieger-Ehrung, von der Position aus wo ich stand. Mit ca. 40mm Brennweite hatte ich genau den passenden Bildausschnitt. Es wurden alle 20 Teams aufgerufen, die Pokale überreicht und stillgestanden für Fotos. Zugegeben, die Sieger-Ehrung war für mich etwas sehr langatmig. Natürlich warteten die meisten oder gar alle auf die Teams, die die ersten drei Plätze errungen hatten. Und während ich also dort wartete und ein Team nach den anderen bei der Sieger-Ehrung fotografierte, sah ich Sekt- oder Champagner-Flaschen auf dem Podest. Und ich dachte mir, die werden sicherlich damit die Leute bespritzen. Also bereitete ich mich seelisch schon darauf vor.

Zum Glück ist die Canon 7D spritzwasser-geschützt, das verwendete Canon 17-40mm Objektiv ebenfalls und zusätzlich hatte ich noch einen Schutzfilter (kein UV-Filter) vorne drauf. Also theoretisch kann nichts passieren, wenn ich bzw. das Equipment Sekt/Champagner abbekommt. Wenn meine Sachen es erwischt, ist es nicht so schlimm. Die kann man waschen 😀

Als es dann soweit war und die Korken knallten, spürte ich wie sich das Adrenalin in meinem Körper vermehrte und ich rannte so schnell wie ich konnte mit meiner Umhängetasche mit all den Objektiven zum Siegerpodest. Dabei musste ich noch zwei Reihen Reifen überqueren. Aber ich hatte Glück und konnte noch ein halbwegs vernünftiges Foto machen. Ich und mein Equipment bekamen praktisch nichts vom Sekt/Champagner ab. Und ich war glücklich, als ich das Bild im Kasten hatte – das halbwegs vernünftige Bild 😉

20150125_IMG_8447_Jing_Zhou

Weiterführende Links:

Meine Galerie:

Veröffentlicht von Jing Zhou

Fotografie ist ein Hobby und ich liebe es. Und hier in meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Gedankengänge zur Fotografie mit anderen teilen. Hauptberuflich erstelle ich individuelle WordPress-Themes. Außerdem betreibe ich das Fotoprojekt Das ist Dessau - Alltagsgeschichten in Bildern

Kommentar verfassen



** = Deine Email bleibt geheim.