Fuji X20 – mein Erfahrungsbericht

Früher habe ich nahezu jeden Tag meine Spiegelreflexkamera + Objektive mitgeschleppt um vielleicht, möglicherweise, eventuell ein interessantes Foto zu machen, was nicht jeden Tag erfolgte. Irgendwann blieb die Kamera dann zu hause, weil ich es mir leid war, das ganze Zeug rumzuschleppen, ohne zu wissen ob ich diese überhaupt brauche. Und ich nutze dann einfach mein Smartphone. Aber technisch ist ein Smartphone einfach nicht zu vergleichen mit einer Spiegelreflexkamera. Also musste ein Zwischending für die Alltagsfotografie her.

Und die Fujifilm X20 ist in meinen Augen so ein Zwischending und perfekt für die Alltagsfotografie. Sie hatte die technischen Funktionen, die ich von der Spiegelreflex gewohnt war. Einen optischen Sucher, falls das Display durch Sonnenlicht zu stark blendet. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten wie Zeitautomatik, Blendenautomatik, manueller Modus. Ein fest verbautes, lichtstarkes Objektiv mit einer Brennweite von 28mm bis 112mm, bei einer Lichtstärke von 2.0 bis 2.8. Und um zu zoomen dreht man am Objektiv, wie bei einer DSLR. Das funktioniert viel geschmeidiger und präziser als mit einer kleinen Wippe.

Eine Kamera, ein Objektiv. Sonst nichts.

Ich will dadurch weitere Kosten vermeiden. Man stelle sich doch nur vor, man kann auch bei einer kleinen Kamera Objektive wechseln. Das heißt wieder, man muss diese mitschleppen. Sich Gedanken machen welches Objektiv man überhaupt mitnimmt und welches gerade zur Aufnahme/Motiv passt. Und nicht zu vergessen der Durst nach neuen Objektiven für das Objektivpark. Nein, ich wollte all das vermeiden und umgehen. Deswegen habe ich mich für eine Kamera mit fest verbautem Objektiv entschieden, ohne die Möglichkeit zu wechseln. So kann ich mich auf die Aufnahme/das Motiv konzentrieren, und ich bin mit der X20 viel leichter bepackt unterwegs, als mit einer DSLR mit einem Objektiv.

Eine kleine Kamera ist auch viel unauffälliger als eine große DSLR. Und in der Alltagsfotografie insbesondere Streetfotografie ist Unauffälligkeit mit der beste Freund des Fotografen. Zumal es praktisch kein Auslösegeräusch gibt, weil es keinen Spiegel hat.

x20-2

Erwähnenswertes

Was ich festgestellt habe ist, dass man im A-Modus (Blendenvorwahl/Zeitautomatik) bei Tageslicht selten bei 28mm mit einer Blende von 2.0 fotografieren kann. Die Kamera schafft hier maximal 1/1000s und das Resultat ist, dass das Bild überbelichtet. Man kann zwar im manuellen Modus eine kürzere Verschlusszeit einstellen, aber ich bin kein Freund vom manuellen Modus. Es dauert mir dann zu lange alles einzustellen. Von daher blende ich im A-Modus ab oder ich verwendete den P-Modus, was auch gute Ergebnisse bringt. Ich bin derzeit trotzdem am überlegen, ob ich mir einen Satz ND-Filter dazu hole.

Außerdem fotografiere ich im RAW + JPEG im Bildformat 3:2. So wie bei DSLR üblich ist und ich muss mich nicht extra auf 4:3 Format umgewöhnen. Das Coole ist, dass die RAW-Dateien weiterhin in 4:3 Format gespeichert werden. Lediglich die JPEG-Dateien werde als 3:2 Format gespeichert. Es geht also nichts verloren – natürlich nur bei RAW-Dateien.

Für das Projekt „Das ist Dessau“ fotografiere ich nur mit der Fujifilm X20. Für Fotos wie diese ist die kleine X20 gemacht. Dafür habe ich die Benutzermodi C1 und C2 mit Schwarz/weiß-Modus belegt. C1 fotografiert im P-Modus und C2 im A-Modus.

Fujifilm X20 ersetzt nicht meine DSLR

Natürlich wird die X20 meine Canon 7D nicht ersetzen, das steht außer Frage. Die X20 wird die Canon 7D ergänzen, da für die Alltagsfotografie die kleine Fuji besser geeignet ist. Und für alles andere, wo eine gewisse (Bild-)Qualität benötigt und kommt man um eine DSLR mit ihren Objektiven nicht drumrum.

Insgesamt bekommt man also für das Geld eine feine Kamera für Unterwegs. Der Preis liegt zum Zeitpunkt dieses Erfahrungsberichts bei ca. 390€. Es wird gemunkelt, dass ein Nachfolger – die X30 – wohl dieses Jahr vorgestellt wird. So weit denke ich gar nicht, dass ich die X20 ersetzen würde.

Ein guter Freund von mir hat eine Leica M9 und ich durfte mit dieser auch kurz fotografieren. Es ist gewöhnungsdürftig. Insbesondere muss man manuell fokussieren. Und das ist nichts für mich. Die Leica ist eine feine Kamera, ohne Frage. Für mich ist eine Leica aber was für Feinschmecker der Fotografie, die in einer Art und Weise mit ihrer Leica verschmelzen und geduldig sind. Und die Fuji X20? Die ist was für Fast-Food-Junkie wie mich 😀

Veröffentlicht von Jing Zhou

Fotografie ist ein Hobby und ich liebe es. Und hier in meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Gedankengänge zur Fotografie mit anderen teilen. Hauptberuflich erstelle ich individuelle WordPress-Themes. Außerdem betreibe ich das Fotoprojekt Das ist Dessau - Alltagsgeschichten in Bildern

  1. von Soggi am 19. August 2014 19:39 Uhr

    Auf die selbe Weise wie Du handhabe ich es mit meiner X 20. Bei wichtigen Terminen habe ich die große Nikon dabei, bei Street und bei anderem die X 20. Wobei die Bildqualität bei der kleinen top ist, wenn man den kleinen Sensor sieht.
    Übrigens habe ich mich genau aus dem selben Grund wie Du für die X 20 entschieden: ich wollte keinen zweiten Objektivpark aufbauen, das wäre mir zu teuer gewesen. Und das besondere Gimmick der X 20 ist, dass sie einen optischen Sucher hat – was es sonst auf dem Markt so gut wie nicht mehr gibt – jedenfalls bei den kleinen Spiegellosen.

    Antworten

    • von Jing Zhou am 19. August 2014 19:53 Uhr

      Hi Soggi, viele Dank für deinen Kommentar. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele aus den gleichen Grund wie wir für die X20 entscheiden. Mittlerweile mache ich schon mehr Bilder mit der X20, als mit der DSLR. Und für die Präsentation der Bilder im Web ist die Bildqualität mehr als ausreichend. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß mit der X20 🙂

      Antworten

  2. von Yes, I love street photography! | Jing Zhou - Fotografie / Webdesign / WordPress am 25. Februar 2017 7:58 Uhr

    […] Und so entschied ich mit für eine kleine Kamera für Urban- und Street Photography, die Fujifilm X20. Sie ist klein, leicht und auffällig und kann vollkommenen geräuschlos […]

    Antworten

Kommentar verfassen



** = Deine Email bleibt geheim.