Indoor-Sportfotografie: Volleyball

Sportfotografie ist eine besondere Herausforderung. Um die Action und Emotionen festzuhalten ist meiner Meinung nach wirklich gutes Equipment notwendig und auch etwas Glück.

Sportfotografie wird hauptsächlich in Outdoor (Außen) und Indoor (Innenbereich) unterteilt. Und heute möchte ich euch meine Erfahrungen beim Volleyball-Spiel teilen. Es geht dabei um das Volleyball-Länderspiel der Männer Deutschland gegen Italien in der Anhalt Arena in Dessau.

Vorüberlegungen und Equipment

In einer Sporthalle sind die Lichtverhältnisse für die Kamera eher bescheiden. Volleyball ist eine sehr schnelle Sportart. Dies bedeutet, dass man hauptsächlich lichtstarke Objektive benötigt (Blende 2.8 oder weniger (z.B. 1.8). Eine Kamera, welche einen hohen ISO-Wert unterstützt, wobei das Rauschverhalten zunächst nebensächlich ist. Lichtstarke Objektive und hohe ISO-Werte bedeuten kurze Verschlusszeiten. Diese wird für 99% der Sportfotos auch benötigt um Situationen einzufrieren. Doch dies gelingt leider auch nicht immer, aber die Voraussetzung ist vorhanden.

Und wenn die Kamera eine schnelle Serienbild-Aufnahme hat, dann ist es das i-Tüpfelchen für die Grundlage um ansprechende Sportfotos zu machen.

Als Kamera verwendete die Canon 7D. Die Canon 7D unterstützt eine Serienaufnahme von bis zu 8 Bilder/Sek. und ich stellte den ISO-Wert auf 3200, Autofokus-Typ auf AI Servo, was so viel heißt wie Nachverfolgungsfokus. Die verwendeten Objektive waren Canon 70-200 F2.8 und Canon 50mm F1.4 Objektiv, beide mit USM-Fokusantrieb (USM steht für Ultra Sonic Motor bei Canon Objektiven). Das 50mm F1.4 Objektiv nutzte ich primär am Spielfeldrand. Ein Stativ (Einbein-Stativ eingeschlossen) ist meiner Meinung nach nicht notwendig, da die Verschlusszeiten (1/500 und kürzer) so kurz sind, dass ein Verwackeln fast ausgeschlossen werden kann, wenn die Kamera richtig gehalten wird. Es entlastet jedoch die Arme 😉

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Fotografieren

Versucht nach Möglichkeit erhöhte Standorte zu finden. Von dort aus kann man sehr gut mit dem Zoom-Objektiv 70-200mm Schmetterbälle und Blocks formatfüllend fotografieren, ohne dass die Netzkante das Gesicht/die Gesichter verdeckt. In der Anhalt-Arena stand ich meistens in einer Ecke oder mittig auf Höhe des Netzes.

Erhöhte Standorte bieten auch eine sehr gute Perspektive um die ganze Sporthalle mit all den Besuchern zu fotografieren, so als Überblick um darzustellen, dass diese Veranstaltung gut besucht ist.

Je nach Sporthallen gibt es sicherlich noch mehrere Möglichkeiten. Am besten noch vor den Spielbeginn in der Sporthalle um schauen und mögliche Standorte testen und merken.

Neben der schnellen Action beim Sport gilt es auch die Emotionen wie z.B. beim Sieg oder Niederlage, einen gewonnenen/verlorenen Punkt festzuhalten. Ich fotografierte diese Situationen sowohl am Spielfeldrand mit der 50mm Festbrennweite als auch mit dem Teleobjektiv von einer erhöhten Position.

Es kommt auch vor, dass von einem Standort aus keine guten Fotos gelingen, dann wechselt einfach den Standort und versucht es erneut. Beim Sportfotografie muss man sich nach dem Spiel richten und nicht umgekehrt 😉

Und wundert euch nicht, wenn ihr nach dem Spiel merkt, dass ihr eigentlich kaum was vom Spiel mitbekommen habt. Es liegt daran, dass ihr auf eure Aufgabe konzentriert seid und das ist normal. Dieses Gefühl hatte ich schon oft.

Mein Fazit / Meine Meinung:

Volleyball-Spiel in der Halle fotografieren: Ihr braucht entweder lichtstarke Objektive, Kamera mit hohen ISO-Werten und schnellen Reihenaufnahmen. Wenn Ihr diese Dinge nicht habt, braucht Ihr Glück oder erst gar nicht versuchen Fotos zu machen. Genießt dann lieber das Spiel 🙂

Veröffentlicht von Jing Zhou

Fotografie ist ein Hobby und ich liebe es. Und hier in meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Gedankengänge zur Fotografie mit anderen teilen. Hauptberuflich erstelle ich individuelle WordPress-Themes. Außerdem betreibe ich das Fotoprojekt Das ist Dessau - Alltagsgeschichten in Bildern

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