Bildbearbeitung Ja oder nein? Aber ja doch!

Die Frage, ob das Bild nachbearbeitet wird oder nicht, ist vermutlich so alt wie RAW oder JPEG. In diesem Beitrag beschreibe ich meine Gedanken dazu.

Die digitale Fotografie ist schon eine tolle, technische Entwicklung. Ich persönlich finde es klasse, dass man nun Speicherkarten nutzt um die Bilder zu speichern und das in großen Mengen. Man stelle sich nur vor, man muss nach 36 Bildern die Speicherkarte wechseln, wie es bei der Analogfotografie in der Regel üblich ist. Ein verrückter Gedanke.

Die Bilder werden nicht mehr in einem dunklen Raum entwickelt, sondern am heimischen PC und zwar so, wie man es gern hat. Die Frage ist, ist eine digitale Entwicklung – also Bildbearbeitung notwendig?

Nein, eigentlich nicht (vorerst)

Als ich 2007 mit dem Hobby Fotografie angefangen hatte, habe ich zu mir selbst gesagt, dass ich niemals ein Bild nachträglich bearbeite, weil ich die „Echtheit“ des Motivs (Farben u.s.w.) bewahren möchte. Ich fotografierte damals nur in JPEG mit den Standardwerten, die bei der Kamera eingestellt waren – damals noch die Canon 400D. Und ich war mit den Ergebnissen auch zufrieden. Das RAW-Format hatte ich dadurch erst gar nicht in der Kamera eingestellt. Ich sag eben keine Notwendigkeit darin.

Aber irgendwann – und es dauerte nicht lange – probierte ich es mit der Bildbearbeitung. Vermutlich angeregt durch verschiedene Fotos andere Fotografen auf Flickr und Co. So sicher bin ich mir heute nicht mehr wie es dazu gekommen ist. Vielleicht war es auch Neugier oder der nächste, logische Schritt der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten. Naja, anfangs habe ich nur etwas an Farbton/Sättigung, Kontrast/Helligkeit geändert, um die Bildwirkung zu verstärken. Aber dann las ich was von Canon Picture Style. Womit es möglich war vordefinierte Farb-/Bildstile direkt in der Kamera einzustellen, so dass die Bilder in der Kamera direkt bearbeitet und als JPEG abgespeichert wurden. Und die Bildstile gibt es überwiegend kostenlos. Eine tolle Sache! Zumal man dadurch wiederum Zeit spart und die Bilder nicht mehr am PC noch einmal nachbearbeiten muss – wenn das Bildstil gepasst hat.

Bildwirkung verstärken

Nach und nach merkte ich, dass die Canon Picture Stile nicht das Nonplusultra sind – ich hatte mich wieder weiterentwickelt. Ich lernte auch sehr früh die Vorteile vom RAW-Format zu schätzen, um in der Nachbearbeitung noch viel mehr Möglichkeiten zu haben. Später entdeckte ich auch noch Photoshop-Presets (Photoshop-Actions), die automatisch bestimmte Bearbeitungsschritte durchführen. Somit war es möglich einen bestimmten Stil in allen Bildern zu verwenden. Am meisten verwendete ich damals das Faux Holga von Mark Galer. Ich habe dieses Preset für meinen Geschmack leicht angepasst und separat abgespeichert. Dieses Preset verwendete ich unter anderem durchgängig bei meinen Fotos aus Wuhan von 2011.

Als ich dann für die Bildbearbeitung Lightroom zugelegt hatte. War ich auf der Suche nach Lightroom-Presets und es gibt im Netz so viele und vor allem viel kostenlose Lightroom-Preset, dass man wohl Tage, Wochen oder gar Monate brauchen würde um alle zu testen. Ich für meinen Teil habe die tollen Lightroom-Presets von Jennifer Wettig gefunden, die ich seit einer Weile hauptsächlich als Grundlage und Basis für meine weitere Bildbearbeitung verwende.

Meiner Meinung nach ist eine Nachbearbeitung oftmals wichtig um die Bildwirkung zu steigern, die Bildaussage zu verstärken/zu unterstützen. oder Über-/Unterbelichtung zu korrigieren. Die Möglichkeiten sind je nach Motiv unbegrenzt. Man sollte es allerdings auch nicht übertreiben mit der Nachbearbeitung 😉 Und gerade wenn man gewisse Ansprüche an das eigene Repertoire hat, kommt man um eine passende Bildbearbeitung nicht drumrum – finde ich. Und dafür sollte man sich ruhig Zeit nehmen. Anfangs dauert es vielleicht etwas, bis man den eigenen Stil gefunden hat oder das ein oder andere Preset gefunden hat, was als Grundlage dienen soll. Nach einer Weile hat man „den Dreh raus“ und die Zeit für die Nachbearbeitung ist dann meist überschaubar. Ich habe bei mir nicht auf die Uhr geschaut, ich schätze jedoch, dass ich mittlerweile etwa 5 bis 10 Minuten für eine normale, ansehnliche Nachbearbeitung benötige. Mal aufwendige Portrait-Retusche nicht mit berechnet, da die Portrait-Fotografie nicht zu meinen fotografischen Schwerpunkt gehört.

Beispiele

Light-Snake - Links: Original JPEG / Rechts: Nachbearbeitet

Blatt - Links: Original JPEG / Rechts: Nachbearbeitet

Links: Original JPEG / Rechts: Nachbearbeitet

Links: Original JPEG / Rechts: Nachbearbeitet

Links: Original JPEG / Rechts: Lightroom-Preset Eisnebel von Jennifer Wettig als Grundlage.

Links: Original JPEG / Rechts: Lightroom-Preset Mango-Lassi von Jennifer Wettig

Eine Frage des Geschmacks

Wie bei vielen Dingen des Lebens, wie z.B. Essen, Kleidung, Kunst ist es immer eine Frage des Geschmacks. Die Nachbearbeitung, die ich in meinen Bildern mache, müssen nicht jeden gefallen. Wird es auch nie. Und das ist auch völlig in Ordnung. Das wichtigste ist, dass die Bilder am Ende – egal ob mit oder ohne Nachbearbeitung – einen selbst gefallen. Und was mich betrifft,  veröffentliche nur noch sehr selten unbearbeitet Fotos.

Adobe Photoshop Lightroom 6 | Windows/Mac | Download
  • Digitale Fotoentwicklung für professionelle Ansprüche
  • Erstellen Sie atemberaubende Panoramen und beeindruckende HDR-Bilder mit den neuen Zusammenfügen-Werkzeugen
  • Freuen Sie sich auf höhere Performance
  • Organisieren Sie Ihren Bildbestand effektiver, und geben Sie Ihre Arbeit bei Bedarf für andere frei

Letzte Aktualisierung am 26.06.2017 um 17:24 Uhr / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

- Werbung -

Auch interessant:

- Werbung -

Kommentare

  1. von David am 26. Oktober 2014 10:46 Uhr

    Interessanter Artikel! Gerade wenn man im RAW-Format fotografiert, ist Nachbearbeitung Pflicht. Die Aufnahmen wirken sonst nur flach und langweilig.
    Nachbearbeitung ist ja auch kein Thema, dass erst mit der Digitalfotografie aufgekommen ist. Schon in der Dunkelkammer konnte man Croppen, Nachschärfen, den Horizont korrigieren, Farben manipulieren, Nachbelichten, Abwedeln etc

    Antworten

    • von Jing Zhou am 26. Oktober 2014 11:10 Uhr

      Vielen Dank! 🙂
      Gerade für Anfänger der Fotografie ist es vielleicht schwierig die passende Nachbearbeitung zu finden. Aber das gehört auch zur Fotografie dazu und man sollte hier auch Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln. 🙂 Wünsche dir noch einen schönen Sonntag!

      Antworten

Was sagst du dazu?