Colorkey – sowas von unprofessionell

Colorkey bedeutet nicht, dass der Schlüssel farbig ist. Colorkey ist ein netter Effekt für Fotos. Ein Teil des Bildes ist schwarz-weiß, ein anderer Teil – das Hauptmotiv, der „Eyecatcher“ ist in Farbe. Sieht auf dem ersten Blick cool aus. Und als Anfänger und Laie fragt man sich, wie macht man das?

Nun, diese Frage werde ich hier nicht beantworten. Ganz im Gegenteil, ich will euch davon abraten diesen Effekt einzusetzen oder zumindest Fotos mit diesen Effekten in euer Portfolio aufzunehmen. 😉

Wenn ich heute ein Foto mit Colorkey-Effekt sehe, habe ich meistens folgende Gedanken im Kopf – je nachdem was zu sehen ist:

  • Der Fotograf versucht auf „Teufel komm raus“ den Blick auf das Motiv zu lenken.
  • Der Fotograf versucht das Bild noch zu retten.
  • Der Fotograf will sagen „Schaut! Ich bin Profi, ich kann das!“
  • Der Fotograf hat nicht versucht oder nicht daran gedacht das Motiv mit Hilfe einer geringen Schärfentiefe freizustellen.
  • Der Fotograf nicht versucht eine ansprechende Bildkomposition zu verwenden (Drittel-Regel, Goldener-Schnitt, Linienführung usw.)

Ok, jetzt ein bisschen ausführlicher

Zugegeben, als ich mit der Fotografie angefangen hatte, habe ich auch mal kurzzeitig mit Colorkey-Effekt gespielt und auch das ein oder andere Foto diesem Effekt veröffentlicht. Aber das waren wie beschrieben, ganz am Anfang während meiner Experimentierphase.

Später lernte ich lichtstarke Festbrennweiten zu schätzen und die damit verbundene Möglichkeit das Motiv freizustellen. Ist viel cooler als Colorkey!

Als nächstes kann man auch mit einer gezielte Bildkomposition ein Foto interessant machen. Und auch gegen ein Schwarz-Weiß-Foto spricht nichts dagegen. Aber bitte nicht Color-Key. Das ist nichts Halbes, nichts Ganzes. Das ist Spielerei und hat meiner Meinung nach nichts mit einer professionellen Arbeit zu tun.

Und gerade in der digitalen Fotografie, wo die Bildbearbeitung praktisch keine Grenzen kennt, muss ich doch nicht mit Colorkey das Bild bearbeiten. Es gibt so viele interessante und fertige Lightroom-Presets, wo man mit einem Klick das Bild bearbeiten kann.

Doch leider sehe ich in den Portfolios verschiedener „Profi-Fotografen“ sehr viele Colorkey-Aufnahmen. Ich habe schon sogar Hochzeitsfotos gesehen, wo das Hochzeitspaar in schwarz/weiß ist und der Rest in Farbe. Ich dachte, das geht doch gar nicht! Und Colorkey ist heutzutage gar nicht mehr so professionell. Viele kleinen Kompakt-Digitalkameras können es direkt so „aufnehmen“ und sogar Smartphones können das.

Also denkt bitte einmal genau nach, ob Ihr Colorkey wirklich in euren professionellen Arbeiten einsetzen wollt 😉

So, das ist meine Meinung und mein Standpunkt zum Colorkey. Wie stehst du zum Thema? Du bist ganz anderer Meinung wie ich? Super, lass es mich wissen! 🙂

Veröffentlicht von Jing Zhou

Fotografie ist ein Hobby und ich liebe es. Und hier in meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Gedankengänge zur Fotografie mit anderen teilen. Hauptberuflich erstelle ich individuelle WordPress-Themes. Außerdem betreibe ich das Fotoprojekt Das ist Dessau - Alltagsgeschichten in Bildern

  1. von Pascal am 02. April 2015 13:37 Uhr

    Ja, die lieben Colorkeys. Ich glaube so ziemlich jeder macht während der fotografischen Experimentierphase Colorkeys. 🙂 Ging mir übrigens nicht anders.

    Aber mit der Zeit legt sich das in der Regel wieder, da wie du es korrekt gesagt hast, andere interessante Stilmittel verwendet werden.

    Grüsse

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  2. von Roger Bürger am 25. Juli 2016 20:30 Uhr

    Ist zwar xschon alt, der Artikel, aber ausser in folgendem Beitrag habe ich auch noch nie ein richtig eingesetztes Colorkey gesehen. Es wirkt also in 99% der Fälle nie, weil es technisch jeder, richtig einsetzen aber eben keiner kann.

    http://www.crtvty.de/2016/05/29/warum-color-keys-so-m%C3%A4chtig-sind-und-warum-so-viele-sie-falsch-einsetzen/

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